Was versteht man unter dezentraler Energieversorgung? Und warum übernehmen immer mehr Unternehmen die Kontrolle über ihre eigene Stromversorgung?

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Jahrzehntelang war der Strombezug ganz einfach. Unternehmen verbrauchten Strom. Die Energieversorger lieferten ihn. Energie wurde wie jeder andere Betriebsaufwand behandelt, der es zu verwalten galt – neben Miete, Versicherungen und Gewerbesteuer.

Dieses Modell befindet sich im Wandel. Im gesamten Vereinigten Königreich und in ganz Europa überdenken Unternehmen derzeit, wie sie Strom beziehen, erzeugen und verwalten. Steigende Energiekosten, der Druck zur Dekarbonisierung und wachsende Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit haben die Grenzen einer ausschließlichen Abhängigkeit vom Stromnetz deutlich gemacht.

Das Ergebnis ist ein rasantes Wachstum der dezentralen Energieversorgung.

Was versteht man also unter dezentraler Energieerzeugung?

Dezentrale Energieversorgung bedeutet ganz einfach, Energie näher am Ort ihres Verbrauchs zu erzeugen, zu speichern und zu verwalten, anstatt sich ausschließlich auf große Kraftwerke zu verlassen, die viele Meilen entfernt liegen.

Anstatt 100 % ihres Stroms aus dem Netz zu beziehen, können Unternehmen einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen – beispielsweise mithilfe von Solaranlagen, Batteriespeichern und anderen Energielösungen vor Ort. Der Strom wird dort erzeugt, wo er benötigt wird. Dadurch wird die Abhängigkeit vom überregionalen Stromnetz verringert, während Unternehmen gleichzeitig ihre Kosten senken und ihre Widerstandsfähigkeit verbessern können.

Es ist eine lokalere und flexiblere Art, über Energie nachzudenken.

Mehr als nur Solarmodule

Dezentrale Energie wird oft mit Solaranlagen auf Hausdächern in Verbindung gebracht, doch das Konzept geht weit darüber hinaus. Es handelt sich um einen Ansatz zum Energiemanagement, der Stromerzeugung, Speicherung und intelligenten Betrieb miteinander verbindet, um Unternehmen mehr Kontrolle über ihren Stromverbrauch zu geben.

Je nach Standort kann dies Folgendes umfassen:

  • Solartechnologien, darunter Dachanlagen, Freiflächenanlagen, Carport-Anlagen und schwimmende Anlagen
  • Batterie-Energiespeichersysteme (BESS)
  • Eine eigene Leitung, die die Energieanlage direkt mit dem Kundenstandort verbindet
  • Intelligente Energiemanagementsysteme

Diese Technologien tragen gemeinsam dazu bei, die Abhängigkeit von Stromimporten zu verringern und gleichzeitig die Energiekosten langfristig besser kalkulierbar zu machen.

Warum gerade jetzt?

Die Energielandschaft hat sich in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert.

Die Großhandelspreise für Strom unterliegen mittlerweile stärkeren Schwankungen. Geopolitische Ereignisse haben die Risiken einer Abhängigkeit von den globalen Energiemärkten deutlich gemacht. Gleichzeitig stehen Unternehmen unter zunehmendem Druck, ihre CO₂-Emissionen zu senken, ohne dabei ihre Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen.

Dezentrale Energieversorgung trägt dazu bei, alle drei Herausforderungen zu bewältigen:

  • Die Stromerzeugung vor Ort verringert die Anfälligkeit gegenüber Marktschwankungen.
  • Langfristige Stromabnahmeverträge sorgen für vorhersehbare Energiepreise.
  • Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hilft Unternehmen dabei, bedeutende Fortschritte bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele zu erzielen.

Für viele Unternehmen ist dezentrale Energieversorgung mittlerweile ebenso sehr eine wirtschaftliche wie eine ökologische Entscheidung.

Vom Energieeinkäufer zum Energiemanager

Bislang lag der Schwerpunkt bei der Energiebeschaffung darauf, alle paar Jahre den besten Preis von den Lieferanten zu erzielen.

Dezentrale Energieversorgung verändert diese Diskussion.

Energie wird zu einem betrieblichen Vermögenswert, der die Unternehmensleistung über Jahrzehnte hinweg unterstützt, Kosten senkt, die Widerstandsfähigkeit stärkt und Unternehmen mehr Kontrolle über einen ihrer größten Betriebsausgabenposten verschafft. Anstatt lediglich Strom zu kaufen, werden Unternehmen zu aktiven Akteuren bei der Erzeugung und Verwaltung von Strom.

Dezentrale Energie nutzbar machen

Früher waren für die Installation einer Energieinfrastruktur vor Ort erhebliche Kapitalinvestitionen und Fachwissen erforderlich. Heute muss das nicht mehr so sein.

Durch langfristige Stromabnahmeverträge können Unternehmen von erneuerbarer Energie vor Ort profitieren, ohne dass Vorabinvestitionen erforderlich sind. Die Infrastruktur wird von einem spezialisierten Partner finanziert, betrieben und unterliegt dessen Eigentum, während der Kunde lediglich den vom System erzeugten Strom zu einem vereinbarten langfristigen Preis abnimmt.

Dadurch wird ein Großteil der Komplexität beseitigt, während Unternehmen vom ersten Tag an von den finanziellen und ökologischen Vorteilen profitieren können.

Die Zukunft der Energieversorgung für Unternehmen

Das Stromnetz selbst wird zunehmend dezentraler. Anstatt sich ausschließlich auf eine kleine Anzahl großer Kraftwerke zu stützen, wird das Energiesystem der Zukunft zunehmend auf Tausenden von vernetzten Energieanlagen basieren, die näher an Wohnhäusern, Fabriken, Lagerhallen, Büros und öffentlichen Gebäuden liegen.

Unternehmen, die sich heute für dezentrale Energieversorgung entscheiden, senken nicht nur ihre Kosten und CO₂-Emissionen. Sie sind damit auch besser für eine widerstandsfähigere, flexiblere und dezentralere Energiezukunft gerüstet.

Wir bei AMPYR Distributed Energy sind der Überzeugung, dass Energie mehr sein sollte als nur etwas, das Unternehmen einfach einkaufen. Sie sollte ein strategischer Vermögenswert sein, der langfristigen Wert schafft, die Widerstandsfähigkeit verbessert und nachhaltiges Wachstum fördert.

Für Unternehmen, die auf dezentrale Energieversorgung setzen, ist Energie kein Kostenfaktor mehr, sondern wird zu einem Wettbewerbsvorteil.